Die Hessische Landesregierung macht die Förderung der ländlichen Regionen zu einem Schwerpunkt ihrer Arbeit. Mit der Offensive „Land hat Zukunft – Heimat Hessen“ unterstützt sie Maßnahmen in den Bereichen Mobilität, Gesundheit, Infrastruktur und Digitalisierung. „93 Prozent der Befragten in unserer aktuellen Zukunftsmonitor-Umfrage wünschen sich, dass sich die Landesregierung für die ländlichen Regionen einsetzt. Diese müssen stark und attraktiv bleiben. Wir wollen dafür sorgen, dass die Hessinnen und Hessen überall gut leben können, egal ob in Frankfurt oder im Kaufunger Wald. Außerdem werden wir gemeinsam mit Partnern die Vorzüge der ländlichen Regionen herausstellen und für sie werben. Die Menschen leben gerne in Hessen und schätzen ihre Heimat sehr – so lassen sich die Aussagen des Zukunftsmonitors zusammenfassen. Mit unserer Offensive tragen wir dazu bei, dass dies auch in Zukunft so bleibt“, sagten Ministerpräsident Volker Bouffier und Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir heute in Wiesbaden. Der offizielle Startschuss fällt nach der Verabschiedung des Doppelhaushaltes im Februar 2018. Die Maßnahmen aller Ressorts, die speziell in die ländlichen Regionen fließen, belaufen sich darin auf rund 1,8 Milliarden Euro.

85 Prozent der Fläche Hessens ist ländlich geprägt

Nicht allein die Ballungsgebiete machen Hessen aus. Rund 85 Prozent der Fläche ist ländlich geprägt. Jeder zweite Hesse ist hier zu Hause. „Auch in kleinen Städten und Gemeinden wird der Wohlstand und die gute Zukunft des Landes gesichert. Und die Mehrheit der Menschen, das hat unsere Studie ganz klar gezeigt, zieht das Leben auf dem Land der Großstadt vor. Trotzdem verlassen die Menschen ihre Heimat. Deshalb ist es uns wichtig, dass die ländlichen Regionen auf dem Weg in Richtung Zukunft Kurs halten. Die demografische Entwicklung führt dazu, dass die Bevölkerungszahlen, beispielsweise in den nordhessischen Landkreisen Waldeck-Frankenberg oder Werra-Meißner, kontinuierlich zurückgehen. Weil dies Auswirkungen auf nahezu alle Bereiche des Lebens hat, starten wir unsere Offensive ‚Land hat Zukunft – Heimat Hessen‘“, sagte der Ministerpräsident.

Die repräsentative Befragung von mehr als 1.100 Hessinnen und Hessen hat ergeben, dass Heimat einen hohen Stellenwert hat. Für nahezu alle (96 Prozent) hat sie eine positive Bedeutung. 91 Prozent gaben an, dass ihnen Heimat wichtig ist. „Das zeigt, dass ‚Heimat‘ kein angestaubter Begriff ist und weit entfernt von Volkstümelei. Die Menschen verbinden mit Heimat in erster Linie ihre Familien und ihr Zuhause, wo sie sich sicher und geborgen fühlen. Mehr als zwei Drittel fühlen sich mit ihrer Umgebung, ihrer Stadt oder dem Wohnort stark verbunden. „Dafür zu sorgen, dass Hessen eine lebenswerte Heimat ist, das ist und bleibt für uns eine der zentralen Aufgaben unseres Handelns“, sagte der Regierungschef.

Den ländlichen Raum zu einem Schwerpunkt der Arbeit machen

„Die Umfrage belegt eindeutig, dass sich die Landesregierung für den ländlichen Raum engagieren soll. Das zeigt, dass wir richtig damit liegen, ihn zu einem Schwerpunkt unserer Arbeit zu machen. Der ländliche Raum ist aber keine Neuentdeckung. Wir fördern ihn bereits mit beeindruckenden Summen“, sagte Tarek Al-Wazir. Die Landesregierung habe in den vergangenen Jahren diese Unterstützung massiv ausgeweitet, beispielsweise mit dem Investitionsprogramm für die Kommunen (KIP), dem Kommunalen Finanzausgleich, dem Breitbandausbau, dem Gesundheitspakt und Mobilitätskonzepten. Diese Maßnahmen laufen weiter.

Mit der Offensive „Land hat Zukunft – Heimat Hessen“ wird die Landesregierung nun verschiedene Projekte anpacken, die auch die Regierungsfraktionen mit ihren Haushaltsänderungsanträgen möglich gemacht haben. Zum Beispiel das Leasing von Bürgerbussen zur Sicherung der Mobilität mit je 1,2 Millionen Euro pro Jahr oder den Ausbau freier WLAN-Hotspots mit einer Summe von jährlich einer Million Euro: „Jede Kommune mit ihren Ortsteilen im ländlichen Raum kann sich bewerben. 1.000 neue Hotspots jedes Jahr sind unser Ziel“, sagte Al-Wazir. Der Ausbau des schnellen Internets ermöglicht es, dass Arbeitsplätze im ländlichen Raum erhalten bleiben oder neu entstehen und viele Menschen nicht mehr pendeln müssen. Außerdem werden Arbeitsplätze und Aufgaben des öffentlichen Dienstes in den ländlichen Raum verlagert, die Finanzämter haben damit schon begonnen.

Von sehr großer Bedeutung für das Leben auf dem Land ist die medizinische Versorgung. Das hat auch die Umfrage ergeben. „Hier haben wir schon viel getan, aber wir wollen noch mehr tun“, betonte Ministerpräsident Bouffier. Um eine gute Gesundheitsversorgung sicherzustellen, werden unter anderem bis 2019 mit 3,7 Millionen Euro mehr als 50 Gemeindeschwestern finanziert. Zur Fortführung von Landarztpraxen ohne Nachfolger stellt die Landesregierung eine Million Euro zur Verfügung. Und künftig wird auch der Schutzmann vor Ort noch präsenter sein. Allein 30 zusätzliche Stellen für mehr Sicherheit werden geschaffen und je eine Million Euro in den nächsten beiden Jahren zur Verfügung stehen. Außerdem wird auch der Sport- und Kulturbereich mit insgesamt 17,2 Millionen Euro gefördert.

„Alle Ressorts leisten für die Offensive wichtige Beiträge, die unter einer gemeinsamen Dachmarke deutlich sichtbar umgesetzt werden. Darüber hinaus wollen wir prominente Hessen, Unternehmen und Institutionen wie zum Beispiel Handwerksbetriebe, Verlage oder Sparkassen und Volksbanken als Kooperationspartner ins Boot holen, um zusätzlich mit einer Imagekampagne für die ländlichen Regionen zu werben und ihre Stärken ins Bewusstsein der Menschen zu bringen. Damit das Land auch in den kommenden Jahren und Jahrzehnten Heimat bleibt, müssen alle Beteiligten gemeinsam an einem Strang ziehen“, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier.

Heimat hat auf dem Land eine Zukunft

„Wo Bürgerinnen und Bürger die Zukunft ihres Ortes auch in die eigene Hand nehmen, hat Heimat auf dem Land eine Zukunft“, betonte Bouffier. „Deshalb ist auch ehrenamtliches Engagement entscheidend für die Zukunft unserer Dörfer.“ Dies zeige auch das von der Landesstiftung „Miteinander in Hessen“ aufgelegte und vom Berlin Institut mit einer Studie begleitete Projekt „Land mit Zukunft“. Von 2014 bis 2017 sind in den besonders vom demografischen Wandel betroffenen Kommunen in Nordhessen Initiativen wie Bürgerbusse in Homberg/Efze oder der Kultursommer als gemeinsame Veranstaltungsreihe von zehn Ortsteilen in Waldeck gefördert worden. Die Studien-Ergebnisse werden Anfang 2018 vorgestellt.

„Engagement und Initiative sind der Schlüssel für lebendige Dörfer. Einen Gegensatz ‚Dörfer hier – Städte dort‘, die einen abgehängt, die anderen boomend und Speerspitze der gesellschaftlichen und technischen Entwicklung, wollen wir verhindern. Jede Region hat ihre Stärken, und wir haben uns vorgenommen, diese Stärken weiter auszubauen“, sagte der Regierungschef. „Wir arbeiten mit aller Kraft dafür, dass die Menschen überall in Hessen gut leben können. Deshalb starten wir unsere Offensive.“

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