Der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier und der Vorsitzende des Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma Hessen, Adam Strauß, haben heute in Wiesbaden den Staatsvertrag zwischen dem Land Hessen und dem Landesverband der Sinti und Roma unterzeichnet. Damit wird die bisher in einer Rahmenvereinbarung beschlossene Förderung um 100.000 Euro auf insgesamt 300.000 Euro pro Jahr erhöht. Der Staatsvertrag gilt bis zum Ende des Jahres 2022. „Hessen ist sich seiner mehr als 600-jährigen Geschichte der deutschen Sinti und Roma bewusst. Die anerkannte nationale Minderheit ist ein fester Bestandteil unserer Historie und der Gesellschaft. Mit dem Staatsvertrag unterstützen wir die ethnische, kulturelle, sprachliche und religiöse Identität der Sinti und Roma und setzen ein deutliches Zeichen, dass das Land Hessen nationale Minderheiten schützt“, sagte der Ministerpräsident.

„Wir bedanken uns beim Land Hessen, dass es heute zur Unterzeichnung des Staatsvertrages kommt, für den wir lange Zeit gekämpft haben. Er bedeutet für uns eine Sicherheit, dass wir unsere wichtige Arbeit uneingeschränkt fortführen können, gerade in der heutigen Zeit, in der der Rechtspopulismus in unserem Land wieder an Zulauf gewonnen hat”, erklärte Adam Strauß anlässlich der Vertragsunterzeichnung in Wiesbaden.

Förderung von Projekten, die die Lebensbedingungen verbessern

Zusätzlich zur Förderung von Projekten, die die Lebensbedingungen verbessern sollen, ist ein Beitrag von jährlich bis zu 50.000 Euro für den Betrieb einer geplanten Dauerausstellung zur Geschichte und zum Leben der Sinti und Roma vorgesehen.

„Durch die Verfolgung und den Völkermord während der Herrschaft der Nationalsozialisten ergibt sich eine historische und politische Verantwortung gegenüber den Angehörigen der Volksgruppe. Deshalb sollen auch weiterhin Maßnahmen gefördert werden, die in möglichst allen gesellschaftlichen Bereichen das Leben der Sinti und Roma in Hessen unterstützen und sie zu einem gleichberechtigten Teil unserer Gesellschaft machen. Der Staatsvertrag ist ein starkes Bekenntnis gegen Ausgrenzung, Rassismus und Antiziganismus“, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier.

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