Ministerpräsident Volker Bouffier und Innenminister Peter Beuth haben heute die Arbeit der Einsatzkräfte gewürdigt, die bei der erfolgreichen Bombenentschärfung und der Evakuierung der Menschen im Frankfurter Stadtgebiet mitgewirkt haben.

„Unsere Einsatzkräfte haben heute eine großartige Leistung gezeigt. Es ist der Professionalität aller Beteiligten zu verdanken, dass diese umfangreichste Evakuierung in der Bundesrepublik Deutschland seit dem Zweiten Weltkrieg gut verlaufen ist. Ich bin den eingesetzten Kräften, unter denen auch viele Ehrenamtliche sind, für ihr Engagement und für ihre Besonnenheit in dieser besonderen Lage sehr dankbar. Ebenso gilt mein Dank den Bürgerinnen und Bürgern, die den Anweisungen der Einsatzkräfte gefolgt sind und mit Frankfurter Gelassenheit diesen besonderen Sonntag begangen haben“, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier.

„Die Einsatzkräfte haben eindrücklich unter Beweis gestellt, dass sie auch für solche besonderen Lagen gut gerüstet und bestens ausgebildet sind. Es ist der guten Planung im Vorfeld aber insbesondere dem konzentrierten Vorgehen der Einsatzkräfte zu verdanken, dass die Evakuierung und die Entschärfung gelungen sind. Wegen des renitenten Verhaltens einzelner Personen, die sich zunächst der Evakuierung widersetzt hatten, kam es leider zu Verzögerungen. Es ist bedauerlich, dass die vielen Anwohner und vor allem die Patienten der im Sperrgebiet befindlichen Krankenhäuser sowie die Bewohner der Alten- und Pflegeeinrichtungen darunter zu leiden hatten, weil sich Einzelne den Anweisungen der Einsatzkräfte verweigerten. Die Polizei hat aber gezeigt, dass sie auch damit professionell umgeht“, sagte Innenminister Peter Beuth.

60.000 Anwohner evakuiert

Um die Evakuierung der rund 60.000 betroffenen Anwohner zu ermöglichen, waren neben den vielen städtischen Einsatzkräften rund 1.000 Polizistinnen und Polizisten in einer eigens hierfür eingerichteten Besonderen Aufbauorganisation (BAO) im Einsatz. Die Stadt Frankfurt am Main wurde zusätzlich durch Einheiten des Hessischen Katastrophenschutzes unterstützt. Der Katastrophenschutz half beim Transport und bei der Versorgung der rund 1.000 Personen, die aus der Evakuierungszone sitzend oder liegend transportiert werden mussten. Darüber hinaus war der Katastrophenschutz in die Versorgung der rund 7.000 Menschen eingebunden, die in Hallen und Bürgerhäusern vorübergehend betreut und verpflegt wurden. Insgesamt waren über 1.100 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Katastrophenschutz und Rettungsdiensten im Einsatz. Zusätzlich waren zahlreiche weitere Kräfte in ganz Hessen in Alarmbereitschaft.

Kampfmittelräumdienst entschärfte Weltkriegsbombe

Für die Entschärfung der Weltkriegsbombe sorgte der beim Regierungspräsidium Darmstadt angesiedelte Hessische Kampfmittelräumdienst (KMRD). Die Feuerwerker des KMRD entschärften die drei Kopfzünder der britischen Luftmine „hc 4000“. Der Sprengkörper der Bombe umfasst 1,8 Tonnen. Eine Bombe dieser Größe wurde in Hessen zuletzt in den 1990er Jahren gefunden. Pro Jahr wird der Kampfmittelräumdienst in Hessen etwa 400 Mal zu Funden von Granaten, Munition und Bomben gerufen. 30 bis 40 Bomben müssen jedes Jahr im Schnitt von den Feuerwerkern entschärft – oder, falls dies nicht möglich ist – gesprengt werden. Insgesamt werden jährlich rund 80 Tonnen Material entsorgt.

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